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Hohenloher Kultursommer 2017

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Spielstätten

Creglingen, Herrgottskirche

Herrgottskirche Creglingen
Foto: Kulturstiftung Hohenlohe Herrgottskirche, Riemenschneideraltar
Foto: Wernhild Baars Kirchplatz 2
97993 Creglingen
Telefon: 07933/338
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Beschreibung:

 

Wer den Namen "Creglingen" hört verbindet ihn meistens mit dem Altar von Tilman Riemenschneider (1460-1531). Das ist einerseits keineswegs überraschend, weil der dortige Altar des Künstlers zu Recht internationale Bedeutung hat und von Besuchern aus der ganzen Welt aufgesucht wird. Andererseits hätte alles auch ganz anders kommen können: Tilman Riemenschneider galt als vergessen. Berühmt zu Lebzeiten, dann aber bis ins 19. Jahrhundert hinein schlicht übersehen. Nur durch Zufall wurde 1822 in Würzburg sein Grabstein entdeckt und daraufhin begann die Suche nach Kunstwerken des Bildhauers. Wahrscheinlich davon angesteckt machte sich der Kirchenpfleger Michael Dreher 1832 daran, hinter die Bretter zu schauen, an denen seit 300 Jahren die Totenkränze aufgehängt wurden. So wurde der Altar, der durch diesen Bretterschutz zum einen den "Bildersturm" und zum anderen die Jahrhunderte überstand, wieder entdeckt.
Diesem glücklichem Umstand verdankt sich auch ein anderes Phänomen, das sich mit dem Marien-Altar verbindet. Ein alljährliches "Lichtwunder" lässt sich in der Herrgottskirche beobachten:
Um den 15. 08. fällt durch die Westrosette das Licht der untergehenden Sonne so auf den Mittelteil des Altars, dass der Betrachter die dargestellte Himmelfahrt der Maria mit den eigenen Augen gleichsam nachvollziehen kann. Riemenschneider hat gezielt die Lichtverhältnisse der Herrgottskirche mit in seinen Altar einbezogen. Von alters her findet das bedeutendste Marienfest am 15. August statt. Die Himmelfahrt der Maria wird als ihr Geburtstag zum ewigen Leben gefeiert. Dieses Phänomen bietet gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, sich in die Zeit Riemenschneiders zu versetzen. Denn aufgrund einer Kalenderreform Ende des 16. Jahrhunderts haben sich die Tage nach hinten verschoben. Deshalb ist der heutige 15.August damals 10 Tage später also am 25. August gewesen. Wer also das Lichtwunder in dem Sonnenlicht sehen will, für das es Riemenschneider gemacht hat, der muss am 25. August die Kirche besuchen.
 
Die Legende und kurze Geschichte der Herrgottskirche:
1384 findet ein Bauer beim Pflügen eine unversehrte Hostie. Mit diesem Fund eilt er zu seinen Herren, Konrad und Gottfried von Hohenlohe-Brauneck. Diese errichten an der Fundstelle eine Kapelle, die 1389 vom Bischof Gerhard von Würzburg als päpstlich legitimierter Wallfahrtsort geweiht wird. Der Ablasshandel blühte in jener Zeit auch um die Herrgottskapelle. Seit 1530 ist die Herrgottskapelle eine evangelische Kirche, da in jenem Jahr Brandenburg-Ansbach sich der Reformation anschloss. Die Kirche wird heute vornehmlich für Trauerfeiern, Hochzeiten, Gottesdienste und Konzerte genutzt.