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Hohenloher Kulturstiftung (Druckversion)

Aktuelles

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von der Kulturstiftung

28. Saison des Hohenloher Kultursommers zu Ende - Gelungener Übergang und Festival weiterhin stabil

28. Hohenloher Kultursommer gefestigt
 
Stabil zeigt sich der Hohenloher Kultursommer auch in seiner 28. Festivalsaison. Am 3. Februar 2014 hat der offizielle Kartenvorverkauf des Festivals begonnen. 66 Konzerte standen wie im Vorjahr im Programmangebot, mit einer Gesamtkapazität von 16.280 Plätzen. Mit ca. 13.500 Besuchern wird eine Gesamtauslastung von ca. 83% erreicht. (2013: 84%; 2012: 82,8%) Im Durchschnitt fanden pro Konzert 205 Besucher den Weg in den Konzertsaal.
Rekord in dieser Saison war die Anzahl an ausverkauften Veranstaltungen. Insgesamt sind 24 ausverkaufte Konzerte (Einzelauslastung >97%) zu verzeichnen, vier mehr als letztes Jahr. 41 Konzerte waren zu mind. 75% ausgelastet, also knapp zwei Drittel. Es zeigt sich, dass der Kultursommer zu einem etablierten Kulturfestival geworden ist, das beständig sein Publikum anzieht und damit Aushängeschild für die Region ist. Auch mit dieser Saison hat sich der Kultursommer weiter gefestigt.
 
Das Haushaltsziel, die Hälfte des Gesamtetats aus den Ticketverkäufen zu erzielen, hat der Hohenloher Kultursommer auch in diesem Jahr erreicht. Damit liegt das Festival besser als vergleichbare Kulturangebote.

Höhepunkte der 28. Saison
 
Die Saison begann mit zwei fulminanten Eröffnungskonzerten. Ana-Marija Markovina überzeugte zusammen mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg mit Werken von Carl Philipp Emmanuel Bach und Wolfgang Amadeus Mozart im Rittersaal in Neuenstein vor ausverkauftem Haus. Die Solistin hatte kurz vor dem Konzert beim Kultursommer den Preis der deutschen Schallplattenkritik für ihre Einspielung des gesamten Klavierwerks von CPE Bach erhalten – ein hochkarätiger Start in die Saison. Das Eröffnungskonzert im Landkreis Schwäbisch Hall bestach durch die Aufführung des selten gehörten Klavierquintetts g-Moll von Max Bruch. Pianist Oliver Schnyder und das Casal Quartett aus der Schweiz haben hingebungsvoll und ausdrucksstark musiziert.
Am 9. Juni verwandelte sich Kloster Schöntal in ein Venedig im Jagsttal. Mit dem Concerto Palatino unter der Leitung des Zinkenisten Bruce Dickey kamen ausgesprochene Koryphäen der historischen Aufführungspraxis nach Hohenlohe. Die Reproduktion eines Festkonzertes anlässlich der Einweihung der Chiesa del Redentore in Venedig mit Kompositionen von Andrea und Giovanni Gabrieli war ein herausragendes Konzerterlebnis.
Guten Anklang fanden auch weitere Konzerte im Bereich der Alten Musik. Ausverkaufte Säle, in diesem Fall Kirchenschiffe, erreichten die Konzerte mit gregorianischen und runischen Gesängen des Vokalensembles Heinavanker und der Mittelalterformation Capella Antiqua Bambergensis mit ihren Gästen Arianna Savall und Petter Udland Johansen (Klein- und Großcomburg).
 
Auch die klassischen Konzerte waren gut nachgefragt. Erfreulicherweise auch die Konzerte des Concertino Ensembles unter der Leitung von Prof. Munteanu, die mit dem Forellenquintett in Langenburg oder dem Abschlusskonzert des Meisterkurses Auslastungen von 100% erzielten.
 
Der Klaviersommer hatte dieses Jahr gleich drei ECHO-Preisträger zu bieten: Schirmer, Scheps und Schuch profilieren diese kleine Reihe des Kultursommers in bester Weise. Ebenfalls war wieder ein Konzert mit Teilnehmern des Liszt-Meisterkurses für Klavier, der in Schillingsfürst stattfindet, eingebunden. Die Nachwuchs-Pianisten überzeugten mit ihrer erstaunlichen Technik und mit Ausdrucksstärke beim Konzert in Schwäbisch Hall – zu Gast war auch der Leiter des Kurses, der weltbekannte Liszt-Interpret Leslie Howard.
 
Mit vielen ausverkauften Konzerten festigt sich die Reihe der Weltmusik im Kultursommer. Die hochschwangere Dänin Helene Blum, zusammen mit ihrem Ehemann Harald Haugaard, gab ihr letztes Konzert vor der Babypause in Geddelsbach. Sie kamen eigens dafür nochmals aus Dänemark angereist. Das Konzert war eine Mischung aus schwungvoller dänischer Tanzmusik des virtuosen Geigers Haugaard und poetischen Songs Helene Blums, deren klare Stimme nordisch-melancholische Stimmung in die Kelter zauberte. Dieses Konzert war ebenso ausverkauft wie im Juli der Ausflug in das Land des Tangos mit dem Bandoneon-Virtuosen Raul Jaurena.
Die neue kleine Reihe Talentkeller der Sparte Weltmusik konnte ebenfalls mit den Konzerten von Levantino und AndaMula erfreulicherweise ausverkaufte Abende im Zehntkeller in Dörzbach-Hohebach erzielen. Doch auch der klassische Bereich der Programmlinie Junge Gesichter erreichte Anerkennung. Überzeugt haben hier insbesondere das Ausnahmetalent August-Woodrow Tomizuka aus Arizona, der die neue Spielstätte Schloss Vellberg mit intimen und virtuosen Gitarrenklängen „einweihte“ oder das junge Ensemble 10forBrass, das im wunderbaren Ambiente des Wasserschlosses in Erkenbrechtshausen zu begeistern wusste. Grundsätzlich erfreuen sich die Konzerte der Sparte Brass und Co wachsender Beliebtheit. Das unterstreichen die ausverkauften und gut besuchten Konzerte beispielsweise vom Mannheim Brass Quintett, 10forBrass oder dem Gewandhaus Brass Quintett.
 
Gern gesehene und renommierte Gäste beim Hohenloher Kultursommer wie Harfenistin Silke Aichhorn, Alpen-Tschässer Herbert Pixner, Flügel- und Klavierexperte Jos van Immerseel, Flötist Peter Thalheimer, das Württembergische Kammerorchester Heilbronn oder nicht zuletzt Herbert Schuch geben dem Kultursommer Kontinuität, Festivalcharakter durch „Fangemeinschaften“ und Stammpublikum sowie überregional ein aussagekräftiges Image. Auch namhafte Interpreten besonderer Genres und Aufführungspraxen wie Sigiswald und Sara Kuijken, Arno Paduch (Johann Rosenmüller Ensemble) oder Arianna Savall stärken das Ansehen und Profil des Hohenloher Kultursommers.
 
Herausragend und überproportional gut besucht war die Lesung mit Senta Berger am 27. Juli in der Kultura in Öhringen. Ihr natürlich-lebendiger Vortrag mit schauspielerischen Elementen von Texten des Autors Alfred Polgar zum Thema „Sie und Er“ war ein Erlebnis von besonderer Güte.
 
Als erneuter Erfolg können auch die Konzerttage in Weikersheim und Schillingsfürst verbucht werden. Nach wie vor ist das Musikfest auf Schloss Weikersheim der Veranstaltungsleuchtturm des Kultursommers. Der Tag stand unter dem Motto: „concerto italiano – eine italienische Sommernacht im Schlosspark“ – von frühbarocken Madrigalen, über barocke Trompetenklänge, Folklore aus Ligurien, einer Lesung zu Heinrich Heines Reisebilder, den Masken der Hallia Venezia bis hin zum Hauptkonzert mit der Donau Philharmonie Wien mit italienischen Opern- und Operettenmelodien bot die Veranstaltung eine gewohnt facettenreiche Bandbreite. Höhepunkt war auch in diesem Jahr ein beeindruckendes Barockfeuerwerk. Als Überraschung gab es zuvor noch Fabelwesen, die mit Leuchtkostümen durch die Publikumsreihen „schwebten“.
Der Konzerttag auf Schloss Schillingsfürst stand dieses Jahr unter dem Thema „Jagdromantik“. Zu diesem Motiv wurden mit den Künstlern spezielle Programme entwickelt. Hier überzeugten ebenfalls die Capella Antiqua Bambergenis mit ihrer Darbietung „Ich zoch mir einen Falken“. Das Open-Air Konzert des Hornquartetts German Hornsound im Schlosshof fand ebenfalls regen Zuspruch. Als Uraufführung war „La Caccia“ von der in Crailsheim geborenen Malerin und Komponistin Eva Schorr zu hören. Eingebettet in die Konzerte war eine Flugshow der schlosseigenen Falknerei, sodass sich dem Konzertbesucher ein ganzheitliches Erlebnis bot. Der Konzerttag auf Schloss Schillingsfürst hat sich in den letzten Jahren zu einem etablierten Baustein des Hohenloher Kultursommers entwickelt und schafft eine bedeutungsvolle Verbindung in den Landkreis Ansbach. Dies wurde auch dieses Jahr wieder deutlich unterstrichen.
Bei beiden Veranstaltungen wurde vom Busangebot des Hohenloher Kultursommers Gebrauch gemacht. Nach Weikersheim wurden dieses Jahr zum ersten Mal drei Routen angeboten. Weikersheim erreichte eine Auslastung von 93% und Schillingsfürst von knapp 90%.

Ausstellung
 
Äußerst positiv wurde auch die Ausstellung „Tanz auf dem Spiegel – Wasser im Licht“ von Dr. Richard Klein-Hollerbach, mit den begleitenden Veranstaltungen angenommen – eine Kooperation des Hohenloher Kultursommers und der Sparkasse Hohenlohekreis. Einen Besucherrekord gab es da insbesondere bei der Vernissage zu verzeichnen.
 
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Die Kulturstiftung Hohenlohe bedankt sich ausdrücklich bei allen Partnern, Unterstützern, Förderern und Freunden des Hohenloher Kultursommers und ganz besonders bei den einzelnen Spielstätten und ihren Verantwortlichen sowie bei allen Konzertbesuchern in dieser Saison, die den Erfolg des Festivals wesentlich bestimmen.

 

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