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Hohenloher Kulturstiftung (Druckversion)

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von der Kulturstiftung

Mimik der Geigerin fasziniert Publikum - Hohenloher Zeitung, 1. Juni 2015, von Juliane Renk

Es ist die Mimik der Geigerin Rebekka Hartmann, die dem Publikum beim Eröffnungskonzert des Hohenloher Kultursommers im Rittersaal des Neuensteiner Schlosses als erstes auffällt. Die Solistin beherrscht nicht nur ihre Stradivari, sondern sie überträgt die Musik auf den Körper. „Sie spielt, als ob es ihr letztes Konzert wäre. Das ist fabelhaft", sagt Marcus Meyer Organisator und Geschäftsführer der Kulturstiftung. „Hymne an eine goldene Zeit" lautet der Titel des Eröffnungskonzerts, das Werke von Bach, Benda, Mozart und Haydn umfasst. Während ihres Spiels blickt Hartmann mal unglücklich, schließt die Augen oder wippt - fast entrückt wirkend - den schnellen Rhythmen entsprechend mit dem Kopf. Sie hat die Aufmerksamkeit von 400 Besuchern, unter ihnen viele bekannte Hohenloher. Manche sind Mehrfachtäter, was den Kultursommer angeht, doch es gibt auch Neulinge wie Neuensteins Bürgermeister Karl Michael Nicklas.


Wow-Effekt Für ihn bringt der Abend doppelt Neues, denn er ist auch zum ersten Mal im Neuensteiner Schloss. Als Rebekka Hartmann im blauen, bodenlangen Abendkleid nach einigen Stücken des Orchesters KlangVerwaltung auftritt, die ersten Töne auf ihrer Violine erklingen, ist Nicklas überwältigt. „Ich bin beeindruckt", sagt er, obwohl Klassik sonst nicht sein Ding sei. Privat hört er meist House oder Charts.
Kreisrätin Erika Bauer sagt: „Die Mimik der Solistin ist so ausdrucksvoll. Ich werde im kommenden Jahr zum Eröffnungskonzert gehen." Dr. Klaus Kniep und seine Frau Uschi sind von Hellbronn nach Neuenstein gefahren. Sie kennen sich aus, denn heuer besuchen sie ihr zwanzigstes Eröffnungskonzert. Der Kultursommer hat es ihnen angetan, weil das Angebot so vielfältig ist und es jedes Jahr etwas Neues gibt", sagt Klaus Kniep.
Dass das als Drittes angekündigte Stück von Mozart ausfällt, stört die beiden nicht. „Wenn es nicht geht, geht es nicht", sagt Klaus Kniep. Das Stück hätte nicht im Programm stehen sollen „Das war ein Druckfehler", erklärt Marcus Meyer später gegenüber der HZ.


Ohne Dirigent Dafür bietet Hartmann einige Zugaben. Rund 20 Musiker des Orchesters KlangVerwaltung aus München unterstützen sie. "Das ist ein VIP-Orchester", erklärt Meyer. Viele der Musiker seien auch solo unterwegs und etliche spielten sehr alte Instrumente. Einen Dirigenten gibt es nicht. Doch die Einsätze stimmen perfekt.
Mit dem Kultursommer würden die Hohenloher regelmäßig beweisen, dass aus dem Hohenloher Land eben nicht nur Zimmermädle stammen und dass wir nicht hinter dem Mond liegen", sagt Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen in seiner Ansprache und erntet Lacher.
Hartmann hat das Publikum überzeugt. Claus-Peter Weber aus Öhringen sagt: „Die Solistin war hervorragend." Und die Künstlerin? „Ich war sehr zufrieden. Der Saal ist wunderschön und die Akustik grandios", urteilt Hartmann. Und wie schafft sie es ein Konzert zu geben, ohne auf Noten zu blicken? „Ich habe mit fünf Jahren angefangen. Es ist, wie wenn man ein Gedicht auswendig lernt. Das ist nicht das Problem, sondern man muss die Musik leben. Das ist es, was den Zauber ausmacht, was im Konzertsaal passiert.“

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